unabhängige gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts zur Förderung der Osteoporose-Forschung in Deutschland

Osteoporose

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Krankheit, die die Knochen schwächt und brüchig macht, auch als "Knochenschwund" bezeichnet. Dadurch besteht bei den Betroffenen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Im Gegensatz zu der landläufigen Meinung, die in einem Knochen ein statisches starres Gebilde sieht, findet in seinem Inneren ständig ein Prozeß von den Knochen aufbauenden und ihn abbauenden Zellen statt, durch den er an die verschiedensten ihm gestellte Anforderungen angepaßt wird. Der Umsatz des Knochengewebes eines Erwachsenen ist so hoch, dass im Durchschnitt nach 10 Jahren praktisch das gesamte Skelett erneuert wird. Ab einem Alter von ca. 35 Jahren findet ganz allmählich ein natürlicher Abbau der Knochenmasse statt. Bei einer Osteoporoseerkrankung ist das natürliche Gleichgewicht empfindlich gestört, indem deutlich mehr Knochen abgebaut als neuer produziert wird.

Kann ich gegen Osteoporose vorbeugen?

Ja, durch eine gesunde Lebensweise. Vor allem Sport (Bewegung) und eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Kalzium und Vitamin D (Sonne) fördern den Knochenaufbau. Knochen brauchen täglich ca. 1000 mg Kalzium, bei Frauen nach der Menopause sogar noch mehr.

Deshalb empfiehlt sich eine kalziumhaltige Kost, wie z.B. Milch, Joghurt, Käse, frische Kräuter sowie grünes Gemüse (Grünkohl, Brokkoli, Bohnen, Mangold). Grünes Gemüse enthält zudem ein weiteres für den Knochen wichtiges Vitamin, nämlich Vitamin K.

Wie kann ich erkennen, ob ich Osteoporose habe?

Hoffentlich nicht erst dadurch, dass Sie ohne große Beanspruchung einen Knochenbruch erlitten haben. Der krankhafte Prozeß des fortschreitenden Knochenschwundes selbst tut nicht weh und wird daher oft nicht rechtzeitig in seinem frühen Stadium erkannt. Er kann nur durch den Arzt bei einer Knochendichtemessung entdeckt werden. Wenn Sie älter als 60 Jahre sind, weiblichen Geschlechts und in Ihrer Familie auch schon Osteoporoseerkrankungen vorkamen, sollten Sie prophylaktisch einen Facharzt mit entsprechender technischer Ausstattung zur Abklärung des Knochenbruchsrisikos konsultieren, zumal wenn Sie sehr schlank sind und keine gesunde Lebensweise haben, oder wenn schon bei den Eltern eine Osteoporose vorlag. Eine Knochendichtemessung wird darüber hinaus für Frauen empfohlen, die bereits Arm- oder Beinbrüche nach dem 50. Lebensjahr erlitten haben, häufig stürzen oder bei denen als Hinweis auf mögliche Wirbelkörperbrüche bisher nicht vorhandene starke Rückenschmerzen auftreten und/oder eine Abnahme der Körpergröße um mehr als 4 cm vorliegt. Auch bestimmte Grunderkrankungen, wie entzündliche Rheumaleiden oder chronische Darmentzündungen sowie beispielsweise die Anwendung von Cortisonhaltigen Medikamenten, sollten Veranlassung für eine Knochendichtemessung sein.

Leider ist gegenwärtig eine Knochendichtemessung innerhalb der gesetzlichen Krankenversorgung in Deutschland erst nach einem Knochenbruch vorgesehen!

Kann Osteoporose geheilt werden?

Ja, in einem frühen Stadium durchaus. Die Basis der medikamentösen Behandlung durch einen Arzt stellt dabei die Verschreibung von Kalzium- und Vitamin D-Präparaten dar. Sie sollte immer durch eine gesunde Lebensweise des Patienten unterstützt werden. Aber auch sog. selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERMs) oder Bisphosphonate, seit kurzem auch ein Parathormonderivat, werden heute von entsprechend geschulten Ärzten als wissenschaftlich überprüfte Behandlungsmethoden eingesetzt.
Die Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet, unabhängig von den Interessen der Pharmaindustrie, hat sich die Elsbeth Bonhoff Stiftung zur Aufgabe gemacht.

Wo bekomme ich als Osteoporose-Betroffener Unterstützung?

Eine Liste der in Ihrer Nähe verfügbaren besonders geschulten Ärzte und Selbsthilfegruppen erhalten Sie beim

  • Kuratorium Knochengesundheit e.V. Leipziger Straße 6 74889 Sinsheim E-Mail: info@osteoporose.org Internet: www.osteoporose.org/cms/ oder telefonisch Mo.-Fr. von 8:30 bis 12:30 unter dem Service-Telefon: 0900/185 45 25 (25 Cent/Min.)
  • Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V. (BfO) Kirchfeldstraße 149 40215 Düsseldorf E-Mail: info@osteoporose-deutschland.de Internet: http://www.osteoporose-deutschland.de/ Telefon: 0211/ 31 91 65
  • Netzwerk Osteoporose e.V. Kamp 21 33089 Paderborn E-Mail: buero@netzwerk-osteoporose.de Internet: http://www.netzwerk-osteoporose.de/ Telefon: 05251/ 28 05 86
  • DGK Deutsches Grünes Kreuz e.V. Schuhmarkt 4 35037 Marburg Telefon 06421/ 29 31 19
  • DOP Dachverband deutschsprachiger Osteoporose- Selbsthilfeverbände und patientenorientierter Osteoporose- Organisationen e.V. Breitenweg 7c/1 A-8042 Graz/ Österreich, Telefon: 0043-31/ 648 32 48

Osteoporose-Richtlinien

Der Dach-Verband Osteologie (DVO) aller deutschsprachigen ärztlich-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die sich mit den Erkrankungen des Knochens befassen, hat Osteoporose-Richtlinien für Ärzte, aber auch in Zusammenarbeit mit dem Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose (BfO) eine Patientenversion erstellt, die jeder Interessierte auf der Homepage des DVO unter www.dv-osteologie.org herunterladen kann. Der DVO möchte damit Betroffene und Interessierte gut über das Krankheitsbild der Osteoporose informieren. Ergänzt werden die vorgenanten Richtlinien durch eine spezielle "Leitlinie Physiotherapie und Bewegungstherapie bei Osteoporose"

Darüber hinaus findet sich auf der vorgenannte Internet-Seite ein Risikotest, den jeder online für sich durchführen kann, um abzuklären, ob er durch Osteoporose gefährdet ist und ein persönliches Knochenbruch-Risiko hat.