„Untersuchung der Wechselwirkungen altersbedingter Erkrankungen des Knochens und der Hämatopoese – BoHemE-Studie“

Osteoporose ist eine der häufigsten Erkrankungen bei älteren Menschen, die infolge einer massiven Reduktion der Knochenmasse oftmals zu einem erhöhten Sturzrisiko und vermehrten Frakturen führt. Myelodysplastische Syndrome (MDS) sind maligne Bluterkrankungen, die zumeist über eine verminderte Hämoglobin-Konzentration im Blut klinisch auffällig werden und ebenfalls gehäuft im Alter auftreten. Stammzellen und Vorläufer für sowohl Knochen- als auch Blutzellen werden in der sogenannten Knochenmarknische generiert, einem komplexen zellulären und molekularen Milieu, welches für den Erhalt, die Funktion bzw. Ausreifung der Stammzellen essentiell ist. Präklinische Untersuchungen u.a. aus unseren Laboren legen nahe, dass diese Mikroumgebung im Knochenmark insbesondere während des Alterns gestört wird, was sowohl den Knochenmetabolismus als auch die Hämatopoese beeinträchtigt. Daraus resultieren Veränderungen im Zusammenspiel von Stammzellen des Blutes und des Knochens in der Knochenmarknische, welche sich als MDS manifestieren können. Bisher ist allerdings unklar, inwiefern es eine konkrete Korrelation bei der Entstehung von Osteoporose und MDS gibt.
Um diese Evidenzlücke zu schließen, planen wir eine prospektive, longitudinale Kohorten-Studie (Bone and Hematopoiesis in the Elderly – BoHemE-Studie), welche die Wechselwirkungen zwischen Knochenmarkfunktion und Skelettstatus bei älteren Patienten (≥60 Jahre) mit bekannten MDS im Vergleich zu einer altersangepassten Kontrollgruppe ohne hämatologische Grunderkrankung analysiert. Ziel der BoHemE-Studie ist dabei die strukturierte Untersuchung zwischen Alterungsprozessen im Knochen und der Blutbildung im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation mit Partnern aus der Hämatologie, Osteologie, Orthopädie sowie der Epidemiologie. Die Patienten sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet werden. Währenddessen wird regelmäßig Blut und Knochenmark auf hämatologische Anomalien untersucht und die Knochendichte an Hüfte und Wirbelsäule der Patienten bestimmt. Außerdem wird eine Biomaterialsammlung in die Studie integriert, um nachfolgend Analysen und Forschungsprojekte zur Entstehung von Osteoporose bzw. MDS zu ermöglichen.
Mit Hilfe der Unterstützung durch die Elsbeth Bonhoff-Stiftung wurde die Initiierung der BoHemE‑Studie auf den Weg gebracht. In enger Zusammenarbeit aller Beteiligten wurden das Design und die Logistik der Studie spezifiziert, die Fallzahlplanung durchgeführt, die Programmierung der Datenbank vorangetrieben sowie die umfangreichen Studiendokumente erarbeitet. Im Herbst erhielten wir von der zuständigen Ethikkommission eine zustimmende Bewertung für die Studie. Die Studiendokumente werden in Kürze außerdem dem Bundesamt für Strahlenschutz zur Begutachtung vorgelegt, da Dual-Röntgen-Absorptiometrie als Begleitdiagnostik zur Knochendichtebestimmung vorgesehen ist. Parallel wurde intensive Drittmittelakquise bei potentiellen Förderern betrieben, Verhandlungen mit öffentlichen Mittelgebern laufen. Für die Anschubfinanzierung der Studie konnte zudem ein Industriepartner gewonnen werden, so dass wir den Einschluss der ersten Patienten in die BoHemE-Studie im Frühjahr 2017 erwarten.

Publikationen im Rahmen des Projekts:

Weidner H, Rauner M, Trautmann F, Schmitt J, Balaian E, Mies A, Helas S, Baschant U, Khandanpour C, Bornhäuser M, Hofbauer LC and Platzbecker U. Myelodysplastic syndromes and bone loss in mice and men. Leukemia, in press.

Förderdatum

5. Juni 2015

Forscher*innen

Prof. Dr. med. Uwe Platzbecker, Prof. Dr. med. Lorenz Hofbauer

Universität

TU Dresden

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